Nationen sind nicht zufällig entstanden, sondern aus dem Bedürfnis heraus, große Probleme in einer großen (aber nicht zu großen) Gemeinschaft lösen zu können. Die Nation gibt ihrem Volk eine Identifikation, wirkt sinnstiftend und solidarisierend.
Deutschland hat in vielen geschichtlichen Epochen erfahren, wie wichtig der innere soziale Frieden für seine Bürger und seine Nachbarn ist. Daraus ist ab 1946 eine neue Gesellschaft erwachsen, die sich solidarisch im Innen- und Außenverhältnis aufgestellt hat und seinen Bürgern dennoch eine weit reichende Freiheit gewährleistet.
Freiheit muss aber auch in Verantwortung gelebt werden. Freiheit kann nicht grenzenlos sein, denn die kann sich nur der Starke leisten und das geht immer auf Kosten der Schwachen.
Die solidarische Gesellschaft, wie sie vor über hundert Jahren von Fürst Otto von Bismarck als Hilfe nach Maß, Not oder Bedürftigkeit begründet wurde, ist als grundsätzliches Modell unserer Gemeinschaft zu bewahren. Klassenhetze und Klassenkampf sind das Gegenteil von Solidarität.
Die Standards unserer Sozialsysteme werden durch den Wert aller Leistungen getragen und bestimmt. Solidarität und Gerechtigkeit im Ruhestands- und Gesundheitsbereich liegen also in der Hand aller Leistungsträger. Linke Umverteilung lehnen wir ab, denn sie führt zur irreparablen Schädigung der Leistungsträgergesellschaft. Das haben die letzten dreieinhalb Jahrzehnte seit der Brandtschen Kanzlerschaft in Deutschland eindrucksvoll bewiesen.